Elisabeth-Hospiz (Ambulanter Hospizdienst)

Standort Köpenick/Müggelspree

See in der Morgendämmerung

„Und meine Seele spannte weit ihre Flügel aus, flog durch die stillen Lande als flöge sie nach Haus …“  Joseph von Eichendorff

Dem Leben dienen bis zuletzt

Ursprünglich waren Hospize Herbergen, die Pilger aufnahmen, zu denen auch Kranke gehörten. In der heutigen Zeit versteht man unter Hospiz ein Konzept der ganzheitlichen Sterbe- und Trauerbegleitung. Neben dem stationären Bereich gibt es vor allem die ambulante Hospizarbeit, um ein Sterben in vertrauter Umgebung zu ermöglichen.

Die Hospizarbeit beinhaltet eine enge Kooperation von Pflegekräften, Ärzten (Palliative Care), Angehörigen und Ehrenamtlichen in der Begleitung von Schwerkranken und Sterbenden.

Die Begleitung und Beratung werden unentgeltlich und unabhängig von der Herkunft und Weltanschauung der betroffenen Menschen angeboten.

Unsere ehrenamtlichen Begleiterinnen und Begleiter sind innerhalb von Kursen geschult und auf ihre freiwillige Aufgabe vorbereitet. Sie werden während ihrer Einsätze und darüber hinaus betreut, erhalten regelmäßig Supervisionen und haben die Möglichkeit sich fort- und weiterzubilden.

 

Lebensqualität bis zuletzt

Leben ist kostbar.
Abschied, Übergang und Tod gehören untrennbar zum Leben.

Wir begleiten
Menschen, die unter einer nicht heilbaren, fortschreitenden und weit fortgeschrittenen Erkrankung leiden.

Wir unterstützen
diese Menschen, wenn sie einen Krankenhaus- oder Heimaufenthalt vermeiden wollen.

Wir beraten
pflegende Angehörige und Freunde.

Wir besuchen
diese Menschen, wenn sie im Heim leben und keine oder geringe soziale Kontakte haben.

Wir ermöglichen
ein Leben in Selbstbestimmtheit und Würde, auch unter den Bedingungen schwerer Krankheit.

Wir achten
auf die spirituellen Bedürfnisse des Lebens.

Wir schöpfen
Energie aus unserer christlichen Überzeugung.

Unsere Stärke in der Begleitung

  • Da sein
  • Zeit schenken
  • Wahrnehmen
  • Zuhören
  • Reden
  • Schweigen
  • Aushalten
  • Kontakt herstellen
  • Am Bett sitzen
  • Die Hand halten
  • Unterhalten
  • Vorlesen
  • Trösten
  • Geistliche Hilfe geben
  • Kraft spenden
  • Angehörige entlasten
  • Anteil nehmen
  • Beistand geben

 

Aktuelle Hinweise

Der nächste Vorbereitungskurs für ehrenamtliche Sterbebegleiter/innen beginnt voraussichtlich im Frühjahr 2012.
Weitere Informationen zum Kurs

Für weitere Fragen und Gespräche steht Ihnen unsere Koordinatorin zur Verfügung:

Elisabeth-Hospiz
Kerstin Adler
Salvador-Allende-Straße 91
12559 Berlin
Telefon: (030) 34 35 41-24
Telefax: (030) 34 35 41-41
E-Mail: adler.hospiz@elisabeth-diakonie.de
 

 

Wir bitten Sie um Ihre Unterstützung

Der Ambulante Hospizdienst wird hauptsächlich durch Spenden finanziert. Mit Ihrer finanziellen Unterstützung helfen Sie uns, möglichst vielen Menschen ein würdevolles und selbstbestimmtes Leben bis zuletzt zu ermöglichen. Ihre Spende wird für die Aus- und Fortbildung und Supervision der ehrenamtlichen Begleiterinnen und Begleiter verwendet.

Wir danken Ihnen.

Die St. Elisabeth Diakonie gGmbH stellt als gemeinnützige diakonische Einrichtung auf Wunsch eine Zuwendungsbescheinigung zur Vorlage beim Finanzamt aus.

Eine Einrichtung der St. Elisabeth Diakonie gGmbH, einer Tochtergesellschaft der Stephanus-Stiftung.

Spendenkonto:
Ev. Darlehnsgenossenschaft Kiel
BLZ 210 602 37
Konto 1 767 700
Stichwort: Hospizarbeit Müggelspree

 

 



Zeit zum Leben!

Regelmäßig bietet die St. Elisabeth Diakonie Ausbildungskurse für ehrenamtliche Mitarbeit in der Sterbebegleitung an.

Ja, was soll diese Mitteilung? Die Überschrift heißt doch „Zeit zum Leben“. Aber dort soll ich doch Menschen begleiten die sterben. Die bald tot sind. Die der Tod holt. Was hat das mit dem Leben zu tun?

Machen wir uns für einen Moment gegenwärtig: Das was uns alle verbindet, ob reich oder arm, ob mit oder ohne Macht, ob prominent oder nicht, ob in Europa oder Asien, der Tod steht am Ende eines jeden Lebens. Er macht keine Unterschiede. Diese Erkenntnis wird manchmal als (billiger) Trost eingesetzt. Das wollen wir hier nicht tun. Es ist schlimm, wenn der Tod da ist. Und am schlimmsten ist es für die Zurückbleibenden. Aber bis der Tod eintritt, leben wir. Manchmal unter Qualen, manchmal ganz ruhig. Und dieses Leben, was uns bleibt heißt es zu gestalten. Wir können begleiten, trösten, Schmerzen nehmen, Unruhe in Ruhe verwandeln, uns verabschieden, den Gang aus dem Leben erleichtern, auch noch miteinander lachen.

Zwischen Weihnachten und Neujahr habe ich meinen Freund Wolfgang in den Tod begleiten dürfen. Wolfgang wohnte in meinem Heimatdorf am Rhein, in dem ich zwischen den Feiertagen Urlaub mache. Anfang November hatte er plötzlich Atemnot. Die Ärzte stellten ein Lungencarzinom fest. Sie empfahlen eine Chemotherapie und Bestrahlung. In der Vorbereitungsphase darauf wurden auch alle anderen Organe untersucht und ein Szintigramm des Kopfes gemacht. Es waren schon Metastasen im Kopf. Eine Prognose belief sich auf eine Lebenserwartung vielleicht bis Ende des Jahres, vielleicht kürzer. Eine Therapie war nicht angesagt, weil der Allgemeinzustand sich rapide verschlimmerte. Ihm war dies alles bewusst und er wollte auch keine therapeutischen Eingriffe mehr. Aber er wollte zu Hause sterben. Bei seiner Familie und seinen Freunden. Alles was dazu notwendig war (Pflegedienst, Pflegebett, Sauerstoffgerät etc.) wurde besorgt. Als ich ihn am Dienstag vor Silvester zum ersten Mal besuchte, freute er sich riesig. Er hatte schon starke Luftnot, bekam erleichternde und schmerzlindernde Medikamente. Ich konnte mich mit ihm noch einigermaßen unterhalten. Am Silvestertag war dies schon eingeschränkter, trotzdem hatte er viel Besuch, der sich von ihm verabschiedete. Er nahm das alles sehr gefasst und teilweise scherzte er mit den Besuchern, wie wir das von ihm kannten. Am Neujahrstag rief mich sein Sohn an. Die Luftnot war quälender geworden und über den Pflege- und den ärztlichen Notdienst konnte die Schmerzmittelgabe nicht mehr angemessen geregelt werden. Er musste ins Krankenhaus. Ich fuhr mit meiner Frau sofort dort hin. Mit einigen Angehörigen setzten wir uns im Wechsel ans Bett. Die Ärzte hatten ihn sediert, so dass er seine Luftnot nicht mehr spüren musste. Wenn er wieder unruhiger wurde, sorgten wir dafür, dass er weitere Medikamente bekam. Er wusste, dass wir bei ihm waren und ihn nicht allein ließen. Nach einem kurzen Aufbäumen starb er dann um 23.30 Uhr in meinen Armen. Wir ließen den Arzt den Tod feststellen und ich gestaltete eine kleine Aussegnung. Es war eine ruhige, friedliche Atmosphäre im Zimmer. Sein Sohn und seine Frau konnten ihn in aller Ruhe beweinen und verabschieden.

Da wir es nicht so oft direkt mit sterbenden und toten Menschen zu tun haben, kann es sein, dass wir erschüttert sind und sagen: „Das kann ich nicht. So kann ich nicht begleiten. Das nimmt mich zu sehr mit.“ Das ist auch legitim. Aber trotzdem ist auch der Gedanke da, an so einem Geschehen zu wachsen, sich innerlich zu erweitern. Vielleicht ist diese Lebensphase eine der wichtigsten in unserem Leben. Christen glauben an das ewige Leben, Humanisten z.B. sagen: Nach dem Tod ist nichts mehr.“ Wie immer dies auch sei, so ist es doch die letzte Auseinandersetzung hier auf dieser Erde.

Ich wollte Sie nicht erschrecken mit meinen Sätzen, sondern sie vielmehr neugierig machen auf die ambulante Hospizarbeit der St. Elisabeth Diakonie. Wir freuen uns auf Ihr Interesse!

Hans-Peter Distelkamp-Franken
Einrichtungsleiter des Stephanus-Seniorenzentrums Müggelspree (Köpenick)