Jahresbotschaft 2012

Motiv "Achtung!" zur Jahresbotschaft 2012

Bildmotiv "Achtung!" 

Die Kraft kommt in der Ohnmacht zum Ziel

Ein schönes Bild - ein Himmel, ein Achtung! Schild und diese Jahreslosung, die in folgendem Zusammenhang steht: Paulus wird als Apostel im damaligen Korinth von der Gemeinde dort persönlich angegriffen. Er leidet auch an einer Krankheit und bittet Gott um Linderung.

Luthers Übersetzung der Losung ist sehr frei. Genau genommen steht im griechischen Urtext: Die Kraft kommt gerade in der Ohnmacht, in der Schwachheit, zum Ziel.

Es gibt Situationen, in denen wir, wie Paulus, Ohnmacht spüren. Das kann ich nicht schön reden, dieses Gefühl der Hilflosigkeit, das bedrückt, ängstigt und lähmt.

Die Kraft kommt in der Ohnmacht zum Ziel. Diese Antwort Gottes erhält Paulus. Er erfährt keine Wunderheilung. Er wird weiter mit seiner Krankheit leben müssen und mit den Vorwürfen aus Korinth. Aber Paulus bemerkt eine Veränderung, weil Gott mit Kraft in ihm, in seiner Situation, wirkt. „Wenn ich schwach bin, so bin ich stark“.

Paulus nimmt das alternative Machtkonzept Gottes an. Er kokettiert nicht mit seiner Schwäche, er sieht sich auch nicht als Opfer. So wird er wieder handlungsfähig und damit frei.

Die Jahresbotschaft der Stephanus-Stiftung 2012 möchte auch sagen:
Gottes Kraft wirkt, wenn wir es brauchen, und er hat ein Ziel mit uns. Gottes Augenmerk liegt dabei auf den für uns schwierigen und entmutigenden Situationen. Im normalen Alltag erleben wir alle doch beides: Macht und Ohnmacht.

Achtung! Beachte und schätze, was du bist und was du hast, deine starken und deine schwachen Seiten.

Achtung! Achte deine Mitmenschen und wisse, dass keine Macht grenzenlos ist. Du kannst mitwirken und deinen Mitmenschen beistehen.

Die Kraft kommt in der Ohnmacht zum Ziel, weil Gott uns gerade dann Kraft schenkt, wenn wir sie am dringendsten benötigen. Christus starb in größter Schwachheit am Kreuz. Und seit Ostern ist selbst die Macht des Todes begrenzt.

Also Achtung! Gott wirkt.

Pfarrerin Anya Zademack
Stephanus-Stiftung